Skip to content

Categories:

Die Kampagne

“Jugend ist mehr wert”

Die Kampagne „Jugend ist mehr wert“ ist überparteilich. Sie richtet sich gegen die aktuellen Kürzungen der Sächsischen Staatsregierung in der Jugendarbeit im laufenden Haushalt 2010 und fordert die Landesregierung auf, die im Doppelhaushalt 2009/2010 beschlossenen Mittel uneingeschränkt für die Jugendarbeit zur Verfügung zu stellen.

Konkret plant die Staatsregierung:

  • Die Senkung der Jugendpauschale von 14,30 Euro auf 10,40 Euro und damit umfangreiche Kürzungen bei den örtlichen Angeboten.
  • Die Kürzung der Zuweisungen für die überörtlichen Angebote von 3.955,9 auf 3.350,0 Mio Euro
  • Die Kürzung der Förderung von freiwilligen Diensten: Von 2.119,4 auf 1.634,0. So soll es ab dem 1.9.2010 nurnoch 500 statt derzeit 1111 FSJ-Stellen (inkl. FÖJ) geben

Insgesamt sollen in der Jugendarbeit 5,5 Mio Euro also 25 Prozent der bisherigen Mittel eingespart werden.

Über Jahre hinweg wurden in Sachsen durch ehrenamtliche Vorstände in Vereinen, Verbänden und Initiativen in Sachsen sowie engagierte Jugend- und Sozialarbeiter leistungsfähige Strukturen in der Jugendhilfe aufgebaut. Diese werden durch die Kürzungspläne der Staatsregierung in ihrer Grundstruktur bedroht.
Die Kürzungen bedeuten:

  • Jugendhäuser, mobile Jugendsozialarbeit, Schulsozialarbeit, Jugendgerichtshilfe- und Jugendberufshilfeprojekte, verbandliche Jugendarbeit und ehrenamtlich geführte Projekte werden in Frage gestellt. Viele Trägervereine, Verbände und Projekte stehen vor dem Aus. So wird eine flächendeckende Jugendarbeit in Sachsen nicht mehr möglich sein und die Trägervielfalt eingeschränkt.
  • Die verschiedenen Formen der Jugendarbeit werden zunehmend auf ehrenamtliche Strukturen und den Niedriglohnbereich verlagert. Ehrenamliche Vereinsvorstände werden Probleme bekommen, den Ansprüchen guter Jugendarbeit gerecht zu werden. Ausgebildete Sozialpädagogen werden aufgrund einer fehlenden beruflichen Perspektive Sachsen verlassen.
  • Es entstehen Freiräume für neonazistische Organisationen, die schon in der Vergangenheit versucht haben, Jugendarbeit zu organisieren, um so Kinder- und Jugendliche für ihre menschenverachtenden Ideologien zu instrumentalisieren.
  • Die Halbierung der FSJ-Stellen ab dem 01.09.2010 ist unter zwei Gesichtspunkten höchst problematisch. Zum einen nimmt sie zahlreichen jungen Menschen die Chance, in einer prägenden Lebensphase wichtige Erfahrungen zu sammeln, sich auszuprobieren und auf das Berufsleben vorzubereiten. Zum anderen leisten hunderte von FSJlern in ganz Sachsen eine engagierte Arbeit in Krankenhäusern, im Sozialdienst, in Alten, Pflege- und Kinderheimen, in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung sowie in kulturellen Projekten und Umweltorganisationen. Auf ihre sinnvolle und notwendige Arbeit kann vielerorts kaum verzichtet werden.
  • Die Kürzungen werden mittel- und langfristig zu neuen höheren Ausgaben führen. Ein Wegfall professioneller Jugendarbeit führt zwangsläufig zu steigenden Problemen mit Jugendkriminalität, Drogenmissbrauch und rechter Gewalt. Es ist eine simple Erkenntnis, dass bei fehlender Prävention Problemlagen entstehen, deren Lösungen später um ein Vielfaches teurer werden.  Deshalb ist die Entscheidung der Staatsregierung nicht nur unverantwortlich sondern auch unter finanzpolitisch verkehrt.

Die Internetseite www.jugend-ist-mehr-wert.de ist:

  • eine Plattform für alle demokratischen Proteste gegen die Kürzungspolitik
  • bietet aktuelle Informationen, Termine und Stellungnahmen zum Thema
  • bündelt den Protest und fordert heraus sich gegenseitig zu unterstützen

Wenn sich ihr Verband oder Verein in die Liste der UnterstützerInnen aufgenommen werden möchte, schicke Sie bitte eine Email an: info@jugend-ist-mehr-wert.de


    7 Responses

    Stay in touch with the conversation, subscribe to the RSS feed for comments on this post.

    1. Jeanette Jüngel says

      Dagegen!
      Die Kinder und Jugendlichen fallen bei der Planung unserer Zukunft leider zu oft “hinten runter”. Um die Beamten unseres Landes wird sich demgegenüber rührend gekümmert.

    2. Tzwenne says

      Genau richtig, was hier bei den Ergebnissen der Kürzung steht.
      Jugendarbeit und Jugendförderung soll nun nur noch als Feurwehr betrieben werden!?
      Das macht auch Sinn oder? Denn die Lehrmeinung an den Hochschulen und Universitäten besagt genau das Gegenteil.

    3. Olivia says

      Ich mache selbst gerade ein FSJ und ich empfinde es als eine Frechheit, dass der Freistaat so viel kürzen will!!! Unsere Kinder und Jugendlichen sollte diesem Staat wirklich mehr wert sein.
      Die Sozialarbeiter werden auch nicht wirklich reich bei dieser Arbeit. Für das, was sie mitunter leisten, gehen sie mit einem Hungerlohn nach Hause. VIELEN DANK dafür!!! -.-

      Es wird bergab mit diesem Land gehen … wenn sich nicht bald etwas ändert …

    4. r.t. says

      oh gott olivia,
      wenn du behaupten willst das die sozialpädagogen hungerlohn bekommen,dann mußt du dir mal die tvöd-listen ansehen.da kannst du dir mal ein bild davon machen was man als sozialpädagoge bei einem freien träger bekommt.und wir ,die den ganzen tag dafür schufften und für die wirtschaft in diesem land ein produkt auf den markt bringen,müssen für euer reichtum zahlen.aber mit einem hast du recht,wenn ihr euch noch lange an dem staat gesund stoßt ,dann kann es nur bergab gehen.
      ihr denkt doch nur an euer wohl aber habt ihr euch mal gefragt wer führ das ganze geld,welches ihr verdient und für die ganzen fördermittel die ihr haben wollt,arbeitet und das mit sicherheit härter als solche wie ihr.einfach nur zum ko… euer egoistisches gequatsche

    Continuing the Discussion

    1. Magazin linked to this post on 25. Februar 2010

      [...] will 5,5 mio € in der Jugendhilfe kürzen, ein “Arbeitskreis Jugend ist mehrWert” ruft zu Protesten [...]

    2. Flashmob statt Jugend mobben! « Gegen Sozialabbau und Kürzungen in der Jugendarbeit! linked to this post on 28. Februar 2010

      [...] hier kannst du gegen die Kürzungen in der Jugendarbeit durch den Freistaat Sachsen protestieren und die Online-Petition unterschreiben … Tags: chemnitz, cool, kürzungen, [...]

    3. nise81.com » Internet = Fernsehen: Der Staatsvertrag zum Jugendmedienschutz linked to this post on 14. März 2010

      [...] Säch­si­sche Staats­re­gie­rung streicht in al­len Res­sorts 25% – auch in der Ju­gend­ar­beit:  [...]

    You must be logged in to post a comment.